Dree Koppkes Tee is Oostfresenrecht

header langeoog 2018-02

Moin.
Bin wieder zurück von „meiner“ Insel, die ich immer dann gern besuche, wenn sie selbst zur Ruhe kommt. Wetter? Kälte? Nebensache.
Wunderbar erholt und vom eisigen Nordseewind, der dieses Mal ein ausgewachsener Sturm war, so richtig durchgepustet. Das Meer, die Weite…

Weit gucken gibt den Gedanken die Chance, in Ruhe zuende gedacht zu werden.
Durchatmen, und später dann die althergebrachte Zeremonie eines guten Ostfriesischen Tees zum Aufwärmen genießen.

Toerst de Kluntje unner in,
denn schenk de heete Tee man in.
Denn schall dat Knistern di beglücken,
wenn de Kluntje faallt in Stücken.
Een Löpel Rohm noch, is dock klaar,
nu kummt das Wullkje, wunnebar.
Nu Sluck vör Sluck de Tee probeeren,
man jo nich mit de Löpel röhren.
Un is de Teestünn denn vorbie:
puust ut dat Lücht, dat raa ick Dii!

Am Abend dann ein gutes Stück Fisch auf den Teller, ein gutes Bier im Glas…
Seele, was brauchst Du Meer?

Wat mutt, dat mutt.

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Über Lo

Wer im Schatten des Förderturms der Gelsenkirchener Kohlenzeche Graf Bismarck aufgewachsen ist – zu einer Zeit, als man tatsächlich noch vom “schwatten Kohlenpott” sprechen konnte, weil damals “Wäsche auffe Leine” nicht lange weiß blieb, wer sommerliche Badefreuden nicht am blauen Meer, sondern am Ufer des Rhein-Herne-Kanals – der so genannten “Frikadellen-Riviera” – genoss und sich als Kind über “Hasenbrot” freute, was in Wirklichkeit nichts anderes war, als die wieder mit nach Hause gebrachten Stullen, die vom Vater als Bergmann unter Tage nicht aufgegessen wurden, wer schon als kleiner Knirps ganz stolz für 50 Pfennige Belohnung 20 Zentner regelmäßig vor dem Haus angelieferte “schwatte” Deputatkohle in den Keller schippte, der hatte eine vielleicht arme, aber trotzdem abenteuerliche und schöne Kindheit zur Zeit der Pettycoats und des Wirtschaftswunders. Meine Wurzeln sind der Kohlenpott und seine Menschen mit ihrem besonderen, grund”ährlichen” Charm. Gezz weisse ´n bissken Bescheid, oder?
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14 Antworten zu Dree Koppkes Tee is Oostfresenrecht

  1. Heinrich schreibt:

    Lieber Lo,
    was habe ich gegrübelt, auf welcher Insel Sie wohl waren? Ich habe gehört, es gibt mehrere Inseln an der Nordsee oder gar in der Nordsee!

    Dann habe ich aber das Foto entdeckt!

    SO eine Düne gab es weder auf Pellworm, noch Sylt, noch Norderney oder Baltrum. (Da war ich schon mal und habe mir alles genau angeschaut!) Also KANN es sich nur um Langeoog drehen, wo Sie waren.
    Prima, dass ich nun durch Sie auch diese Insel kennengelernt habe! Das scheint dort ja wunderschön zu sein! Vielleicht gelingt es mir dort auch einmal, meine Gedanken zuende zu denken! Ich kann Sie gut verstehen, dass man das ab und zu mal braucht!

    Gruß Heinrich

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    • Lo schreibt:

      Lieber Heinrich,
      Sie sind in der Tat ein sehr guter Beobachter und haben mit Ihrer Vermutung einen Volltreffer gelandet, wobei das Wort BeOBachter ja passend auf Sie zutrifft. Immerhin hat es es sich herumgesprochen, dass Sie ein vorzüglicher Kopterpilot sind, der vieles gern von oben betrachtet.
      In der Tat handelt es sich bei diesem Stückchen Düne um die weltweit unbekannte Langeooger Backfischdüne, weil sie von der Natur (Wind und Erosion) wie ein junger Damenbusen geformt ist. Im wörtlichen Sinne ein richtiger Meeresbusen.
      Vielleicht verstehen Sie nun noch viel besser, warum ich hier so gern verweile?
      Herzliche Grüße!
      Lo

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  2. rejekblog schreibt:

    Ay Lo, ich freue mich für dich, dass du einen paar schöne Tage hattest!
    Liebe Grüße

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  3. Clara HH schreibt:

    Hallo, ich verstehe kein Bayrisch kein Hessisch, kein Badisch – aber diese Teezeremonie in Platt – die verstehe ich.
    Schön, dass es schön war!

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  4. quersatzein schreibt:

    Wunderschön ist er, der Inselnorden, und ich kann mir denken, dass man sich da herrlich fühlen und göttlich erholen kann.
    Danke für die Impressionen.
    Lieben Gruss,
    Brigitte

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  5. Herr Ösi schreibt:

    Den Leuchtturm habe ich auf Sylt nicht gesehen, also, nicht Sylt, obwohl der Strand und der Brettersteg könnten passen. Die drei unteren Fotos sagen mir, dass es wo anders sein muss.
    Aber wo? That’s the quetschn …

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  6. Manfred Voita schreibt:

    Die Inseln sind immer schön. Wetter egal. Man kann zur Not auch rausgucken. Und Tee kann man nur in Ostfriesland richtig trinken, schon wegen des Wassers.

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  7. rainer kühn schreibt:

    So leer habe ich Sylt noch nie gesehen! Und nie – nie – habe ich Sylt gesehen!

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