Der Jogginghose Sinn

Der Reimzwang.
So ein Reimzwang zwingt
oft auch für Stunden,
ob man es mag, oder es hasst,
so lange, bis er das gefunden,
was gut und recht ins Versmaß passt.

Lo Lange
Gestern noch dicht. Heute Dichter.

ballonbuxe

Der Jogginghose Sinn.

Der Nutzen einer Jogginghose?
Sie dämpft den Schall und das Getose
von Winden, den warmen und den leisen,
die müffelnd das Gesäß umkreisen.
Sie hält mit Gasen, frisch vom Darm,
viel länger die Gebeine warm.

Schön dicht umschliesst ihr Gummizug
und schützt den Mann vor kaltem Zug,
die Knochen und auch sein Gemächt:
die Manneskraft bleibt ungeschwächt.

Dank Gummizug steigen auch Gase
nicht gleich hinauf bis in die Nase,
jedoch, zieht man die Hose aus,
haut´s einen um vor lauter Graus.

Doch mancher liebt die eignen Gase,
und wünscht, er hätte noch ´ne Nase,
um seinen Duft sich wegzuschnuppern.
Notfalls hilft auch, ihn einzutuppern.
So´n Furz hält länger in der Dose
als in der besten Jogginghose.

Mit ihr kann man auch unverholen
Kartoffeln aussem Keller holen,
sich auch mit ihr aufs Sofa legen,
man könnt mit ihr sich auch bewegen,
schön joggen – und recht sportlich sein,
doch das tritt sicher selten ein.

So quäl´ ich mich bei Nacht und Tage
mit dieser einen großen Frage:
Was ist der Jogginghose Sinn?

Ich weiss es nicht.
Ich steck´ nicht drin.

Lo


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Über Lo

Wer im Schatten des Förderturms der Gelsenkirchener Kohlenzeche Graf Bismarck aufgewachsen ist – zu einer Zeit, als man tatsächlich noch vom “schwatten Kohlenpott” sprechen konnte, weil damals “Wäsche auffe Leine” nicht lange weiß blieb, wer sommerliche Badefreuden nicht am blauen Meer, sondern am Ufer des Rhein-Herne-Kanals – der so genannten “Frikadellen-Riviera” – genoss und sich als Kind über “Hasenbrot” freute, was in Wirklichkeit nichts anderes war, als die wieder mit nach Hause gebrachten Stullen, die vom Vater als Bergmann unter Tage nicht aufgegessen wurden, wer schon als kleiner Knirps ganz stolz für 50 Pfennige Belohnung 20 Zentner regelmäßig vor dem Haus angelieferte “schwatte” Deputatkohle in den Keller schippte, der hatte eine vielleicht arme, aber trotzdem abenteuerliche und schöne Kindheit zur Zeit der Pettycoats und des Wirtschaftswunders. Meine Wurzeln sind der Kohlenpott und seine Menschen mit ihrem besonderen, grund”ährlichen” Charm. Gezz weisse Bescheid, oder?
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Gedichtet, Humor, Lächeln abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

21 Antworten zu Der Jogginghose Sinn

  1. Mallybeau Mauswohn schreibt:

    Lieber Lo!
    Ein äußerst treffliches Gedicht. In jedem Falle scheint die JoggINghose nicht sehr IN zu sein, denn in Stuttgart hat unlängst ein Cafehausbesitzer Jogginghosenträgern den Zutritt in sein Etablissement verwehrt.
    Doch warum, ich weiß es auch nicht, ich äh oh ich steck in einer drin und erkenne keinen Sinn, außer dass sie hält schön warm, besser als die kalten Arm 🙂

    Herzliche sinnfreien Grüße
    Mallybeau

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  2. Heinrich schreibt:

    Lieber Lo,
    so ein cooles Gedicht würde ich nie zustande bringen. Bravo!
    Obwohl ich nie in Therapie oder einer Selbsthilfegruppe war, ist mein Reimzwang ganz von selbst verschwunden. Er war allerdings auch nie besonders stark ausgeprägt.
    Sie hingegen können vorzüglich dichten – auch ganz zwanglos!
    Sie waren schon immer dicht und heute sogar Dichter. Das wird die Ursache bei mir sein – ich war noch nie ganz dicht! 😦
    Einen super Advent wünsche ich Ihnen morgen – machen Sie was draus – der kommt nie wieder!
    Gruß Heinrich

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    • Lo schreibt:

      Lieber Heinrich,
      der „Furz“ und „Notdurft zu verrichten“
      verführt gar sehr, etwas zu dichten.
      Denn bei Scheiße, Kacke, Merde
      ist Jedermann und -frau Experde.

      Ist es nicht so?
      Lieben Gruß
      und Danke für die guten Wünsche!

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  3. speedhiking schreibt:

    Mancher mag das Thema tadeln,
    der Reim indes tut alles adeln 🙂

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  4. Herr Ösi schreibt:

    Sitzt die Jogginghose
    viel zu lose
    entweicht der Furz
    schmerzlos & kurz
    wie in Hypnose
    und man bräuchte ’ne Narkose
    gegen übelsten Gestank
    ja, die Jogginghose, sie macht krank
    weshalb die großen und die kleinen Doggen
    immer ohne Hose joggen
    willst du laufen, mach es wie der Hund
    erspar die Hose dir, so ist’s gesund … 🙂

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  5. eimaeckel schreibt:

    Das gäb ne prima Büttenrede für die nächste Karnevals-Session. Habt ihr so was im Pott?

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  6. Jules van der Ley schreibt:

    Herrlich, lieber Lo, wie du den Reimzwang feierst. Er ist tatsächlich ein Sinnstifter oder wie bei deinem Gedicht von der Jogginghose ein Unsinnstifter. Kennst du die wunderbare Naturgeschichte des Reims und der menschlichen Anklangsnerven; „agar agar – zaurzaurim“ von Peter Rühmkorf? Wenn nicht, dann schwere Empfehlung.

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    • Lo schreibt:

      Lieber Jules,
      ich muss erst einmal gestehen, dass diese Jogginghosengeschichte eigentlich olle „Lagerware“ ist, die ich vor langer Zeit einmal bei unserem geschätzen Kollegen Nömix auf einen seiner Beiträge als Antwort eingesetzt habe – und die ich, wie es Dir ja auch schon ergangen ist, längst vergessen, und nun bei ihm wiederentdeckt habe.
      Und aus Angst, vergessen zu werden, weil ich ja schon einen Monat nichts mehr schrieb, habe ich es einfach hier eingesetzt und feststellen müssen, dass sich zwei Mal „Zug“ hintereinander reimt. Auch „holen“.
      Gut, bei dem Thema darf auch einmal so einfach Hingereimtes in die Hose gehen. 😉
      Deiner „schweren Empfehlung“ bin ich sofort gefolgt und habe mir das Buch sofort bestellt.
      Lieben Dank für solche wertvollen Hinweise! 🙂
      Herzliche Grüße!
      Lo

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  7. Pingback: Wenn Wörter zu Gedichten werden | Heinrichs Blog

  8. Lo schreibt:

    Mein lieber Heinrich,
    dankeschön für´s Werbetrommel rühren.
    Und dass Sie mich sogar in den Adelsstand der Dichter erheben!
    Das habe ich meiner Frau erzählt, und nun weiss sie vor lauter Ehrfurcht gar nicht, was sie mir in Zukunft kochen soll.
    Liebe dankbare Grüße!
    Lo

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    • Heinrich schreibt:

      Lieber Lo,
      Sie haben mein Leben komplett verändert! Ich betrachte nun die Jogginghosen mit ganz anderen Augen! Vor allem beobachte ich nun aufmerksam Jogginghosen, die andere Menschen tragen. 😉
      Gruß Heinrich

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  9. Clara HH schreibt:

    Frau wird alt wie ’ne Kuh und lernt immer noch dazu.
    Ich habe bishr jogginghosen, besonders die aus den glänzenden Stoffen, gemieden wie die Pest. Doch wenn ich mir all ihre Vorteile so überlege, war das falsch. – Mal sehen, ob mir das Christkind eine bringt.
    Aufgeklärte Grüße schickt die Clara

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  10. Sehr schön! 😀
    Allerdings habe ich noch nicht gefrühstückt, und jetzt fühle ich mich seltsam.
    Nachstens lese ich hier erst nach dem ersten Kaffee!

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  11. Heinrich schreibt:

    Lieber Lo,
    wie ist es möglich, dass auf http://www.kohlenspott.de/ die Jogginghose zu sehen ist und auf https://kohlenspott.wordpress.com/ nicht?
    Gruß Heinrich

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  12. Lo schreibt:

    Mein lieber, geschätzter und gottlob aufmerksamer Heinrich,
    wie gut, dass Sie den Mangel bemerkt und angezeigt haben, was mich sofort handeln ließ.
    In der Tat bin ich hier mit der WordPress-Technik (noch) nicht so ganz vertraut.
    Die Geschichte geht so:
    Ich habe das Bloggen vor gut zehn Jahren bei Twoday kennengelernt und meinen Spaß daran gefunden. Nachdem es dort immer stiller und einsamer wurde, habe ich mich mit WordPress angefreundet und aus meinem noch bestehendenen SpiegelEi-Blog wurde Kohlenspott.wordpress.com
    Mein PC-technisch versierter Sohn riet mir aus Speichergründen zu einer eigenen Domain (Kohlenspott.de)
    Auf dieser blogge ich auch, halte aber die wordpress.com wegen der liebgewonnenen angestammten Verfolger (neudeutsch Follower) weiterhin bei – und exportiere immer händisch die de.-Beiträge zur wordpress.com
    Vielleicht liest ja jemand mit, der mir einen pfiffigen Trick verrät, wie – und ob – ich das vielleicht automatisieren könnte.
    Oder mir sagt, was passieren würde, wenn ich ich kohlenspott.wordpress.com einfach löschen würde. Das traue ich mich (noch) nicht.
    Dankeschön für´s Aufpassen, lieber Heinrich!
    Lieben Gruß!
    Lo

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