Der Verfall der guten Sittiche.

Verdelli, man muss sich manchmal wundern,
was dummleichtgläubigen Tierhaltern, die um das Seelenheil ihrer Vierbeiner besorgt sind, so alles angeboten wird, : da gibt es Engelsführungen, was immer damit auch gemeint sein soll, oder heilversprechende „energetische Verbindungsaufnahmen zum Inneren des Tieres“  (Wir sprechen dann mal zum Pansen..?.)
Spannend auch: „das Atmen mit dem / oder für das Tier„, (Hecheln mit dem Hamster?) oder Tierheilung durch Handauflegen (geht das auch bei Igeln oder elektrischen Zitteraalen?)

Oder hier: Bachblüten für Heimtiere gegen  Verlust, Trauer, Erschöpfung, Lernschwäche und andere tierische Seelenpeinlichkeiten.

Wer so etwas kauft, der glaubt auch, dass man aus Klabusterbeeren*) Marmelade kochen kann. Der Markt scheint reif zu sein für die Gründung neuer Religionen.
Wie wäre es mit der „Katzolischen Kirche“ mit dem Kratzbaum der Erkenntnis
als Symbol – oder den „Hunduismus“,
eine „frolic“e Gemeinschaft der „Chappi“sten rund um den heiligen Napf?

Der-Herr-Pastor

„Nehmet hin und futtert alle daraus“.

Immerhin gibt es auch schon Hundegottesdienste. Wirklich. Muss komisch aussehen, wenn die Hunde ihre Pfoten falten. Oder heisst das „Foten pfalten“?

Mit diesem Thema befassen sich schon seit langem die Beologen und Biberforscher.
Sie befürworten, dass Tiere grundsätzlich hai-raten dürfen und Kühe einen eigenen Feiertag bekommen, den Almsonntag nämlich, an dem sie die Kuhmunion erhalten und danach sogar abtreiben (!) dürfen (Almabtrieb). Den Eidexorzismus gibt es ja schon lange, der ja bekanntlich mit Schwanzverlust endet.
Man denkt sogar schon über die Züchtung von Opfer-Stockenten nach.
Na, da wird sich der Seeteufel aber ärgern. Ich höre schon sein Sprotten.

Nee, ich glaub´ dat allet nich und ich fürchte den Verfall der guten Sittiche.

Bissi Tage!

 

*)Klabusterbeeren?  = Ruhrpöttisch für Hämorrhoiden
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Über Lo

Wer im Schatten des Förderturms der Gelsenkirchener Kohlenzeche Graf Bismarck aufgewachsen ist – zu einer Zeit, als man tatsächlich noch vom “schwatten Kohlenpott” sprechen konnte, weil damals “Wäsche auffe Leine” nicht lange weiß blieb, wer sommerliche Badefreuden nicht am blauen Meer, sondern am Ufer des Rhein-Herne-Kanals – der so genannten “Frikadellen-Riviera” – genoss und sich als Kind über “Hasenbrot” freute, was in Wirklichkeit nichts anderes war, als die wieder mit nach Hause gebrachten Stullen, die vom Vater als Bergmann unter Tage nicht aufgegessen wurden, wer schon als kleiner Knirps ganz stolz für 50 Pfennige Belohnung 20 Zentner regelmäßig vor dem Haus angelieferte “schwatte” Deputatkohle in den Keller schippte, der hatte eine vielleicht arme, aber trotzdem abenteuerliche und schöne Kindheit zur Zeit der Pettycoats und des Wirtschaftswunders. Meine Wurzeln sind der Kohlenpott und seine Menschen mit ihrem besonderen, grund”ährlichen” Charm. Gezz weisse Bescheid, oder?
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8 Antworten zu Der Verfall der guten Sittiche.

  1. Mallybeau Mauswohn schreibt:

    Lieber Lo!
    Laut Schild kann man an diesem Stand Keramik-Gänse kaufen. Wenn das kein Betrug ist! Sind Stadtmenschen mittlerweile so leichtgläubig, dass sie sich einen Ganskopf mit Hals als komplette Gans andrehen lassen? Achtung, ich warne vor Betrügereien! Eine richtige Gans hat 2 Beine, eine dumme schnattert blöd daher und die an Weihnachten ist braungebrannt und mit Gemüse gefüllt. Gansvarianten gibt es auf dem Schwarzmarkt in Hülle und Fülle! 🙂
    Herzliche Grüße von der Alm
    Mallybeau M.

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  2. Herr Ösi schreibt:

    Was für eine Viecherei. Der Artikel ist tierisch gut … 🙂

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  3. Corinna schreibt:

    *lol* So viele Wortspiele auf so wenig Raum. Große klasse!

    Es gibt hier übrigens einmal im Jahr einen Tiergottesdienst in einer Kirche in Bari am Namenstag irgendeines tierfreundlichen Heiligen. Leider habe ich’s nicht so mit der Religion und muss darauf vertrauen, dass mir meine Schwiegermutter sagt, wann genau das ist, aber vielleicht werde ich eines Tage zu Forschungszwecken mal mit unserer Katze Gina daran teilnehmen. Ein bisschen göttlicher Segen schadet ihr bestimmt nicht.

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  4. noemix schreibt:

    Betwanzen sind besonders fromm. (Man munkelt sogar, sie wären in Sekten.)

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  5. Jules van der Ley schreibt:

    Hier gewährt der Meister wieder Sternstunden des Wortspiels. Kompliment! Ich habe mich sehr amüsiert.

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  6. Ruhrköpfe schreibt:

    *prust* Hecheln mit dem Hamster haut mich gerade vom Stuhl 😀

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