Ich will dat nich sehen.

Manch einer ist ja traurig, wenn es gerade an einem Sommersonntag, so wie heute, trübe und regnerisch ist. Ich nicht. Zumindest heute nicht. Die vergangenen Wochenenden waren mit schönsten Aktivitäten (unter anderem einer Geschenk-Einlösung meiner Kinder an mich für einen Freigflug mit einem Ultraleichtflugzeug über die Eifel bei herrlichstem Sonnenschein)  ausgefüllt, so dass der Regen mir heute ein sehr willkommener Freund ist, der mich von der Verlockung, etwas draussen zu unternehmen, abhält, und mir die Gelegenheit zur Muße schenkt.

Doch so ganz wollte ich den Sonntag nicht vergammeln, und da der Oberhausener Gasometer nicht weit ist (ich kann dorthin laufen, aber es regnet ja….),  war ich heute vormittag dort, um mir endlich die phantastische und bildgewaltige Ausstellung Wunder der Natur über das Leben der Tiere und Pflanzen oder das Werden eines Menschen und als Höhepunkt diese gigantische, zwanzig Meter große Erdkugel-Installation anzuschauen.

Und es hat sich gelohnt: die einzigartig schönen Bilder, Filme, die Erklärungen, alles zusammen macht sensibel für das, was uns herum eigentlich so ganz natürlich geschieht. Dazu diese riesige „lebende“ Erdkugel aus der Sicht von Astronauten in angenehm ruhig fließenden bewegten, hoch aufgelösten Satellitenbildern zu sehen, fasziniert und lässt Dich erstaunen.

Der Shop im Gasometer bietet dann auch alles Mögliche um das Ausstellungsthema, aber auch KrimsKrams und Bücher rund um das Thema Ruhrgebiet an.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das, was ich hier auf dem Büchertisch vorfand und sogleich auch fotografisch festhalten musste, zum Thema „Ruhrgebiet“ gehört oder eher der Rubrik „Wunder der Natur“ zuzuordnen ist?!

Kohlenspott K-ANAL.

Nur in einem bin ich mir sicher: egal – ob Kohlenpott oder Naturwunder
Ich will dat nich sehen…..!

Bissi Tage!  😉

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Über Lo

Wer im Schatten des Förderturms der Gelsenkirchener Kohlenzeche Graf Bismarck aufgewachsen ist – zu einer Zeit, als man tatsächlich noch vom “schwatten Kohlenpott” sprechen konnte, weil damals “Wäsche auffe Leine” nicht lange weiß blieb, wer sommerliche Badefreuden nicht am blauen Meer, sondern am Ufer des Rhein-Herne-Kanals – der so genannten “Frikadellen-Riviera” – genoss und sich als Kind über “Hasenbrot” freute, was in Wirklichkeit nichts anderes war, als die wieder mit nach Hause gebrachten Stullen, die vom Vater als Bergmann unter Tage nicht aufgegessen wurden, wer schon als kleiner Knirps ganz stolz für 50 Pfennige Belohnung 20 Zentner regelmäßig vor dem Haus angelieferte “schwatte” Deputatkohle in den Keller schippte, der hatte eine vielleicht arme, aber trotzdem abenteuerliche und schöne Kindheit zur Zeit der Pettycoats und des Wirtschaftswunders. Meine Wurzeln sind der Kohlenpott und seine Menschen mit ihrem besonderen, grund”ährlichen” Charm. Gezz weisse Bescheid, oder?
Dieser Beitrag wurde unter Ruhrpott, Unterwegs, Watt et nich allet gibt! abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

17 Antworten zu Ich will dat nich sehen.

  1. pathologe1 schreibt:

    Nehmen Sie einfach noch eine Super-Illu dazu und schon scheint Ihnen die sprichwörtliche Sonne aus dem Gesäß.

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    • Lo schreibt:

      Gute Idee, lieber Herr Professor:
      normalerweise scheint es darin ja dunkel zu sein wie in einem fensterlosen Kohlenkeller.
      Vielleicht hilft aber Auch AFTER-SUN?
      Ich vermute, es handelt es sich bei dem Angebot um ein Fachbuch für Proktologen.

      Gefällt 1 Person

  2. Mallybeau Mauswohn schreibt:

    Lieber Lo! äh Ieber O! 🙂
    Der Hiebtürenvirus hat Sie scheinbar infiziert. Sie sollten dringendst zum Otarzt gehen. Vielleicht kann er Ihnen ein Ezept gegen derlei Sichtverschiebungen erschreiben 🙂 Als Doctor Kuh rate ich Ihnen ebenfalls, sich nicht diesem Anal-Ansichtsexemplar auszusetzen. Bleiben Sie lieber bei den Undern der Atur!
    Erzliche Rüße
    Allybeau

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  3. Jules van der Ley schreibt:

    Passt doch. Voraus ging die Analreinigung
    und jetzt das propere Ansichtsexemplar. Wird doch alle schön gemacht im Kohlenpott 😉

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  4. Herr Ösi schreibt:

    Lieber Herr Lo,
    es ist entsetzlich. Zum Glück haben Sie das Büchlein nicht aufgeschlagen … 🙂

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  5. noemix schreibt:

    Haben Sie übrigens gewusst: Analogie ist keine Afterwissenschaft, sondern etwas anderes.

    Gefällt 1 Person

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