Kuscheln im Abwasserrohr?

Verdelli, war dat Wetter heute schön. So richtig zum Hemd hochheben:  Sonne satt und ein herrlicher Wind. Da muss man einfach raus, die weite Welt entdecken, oder – um et eine Nummer kleiner auszudrücken: auf dem Emscher-Radweg ´n klein´ bissken Heimatkunde betreiben.

Vom Gasometer Oberhausen am Rhein-Herne-Kanal entlang in Richtung Bottrop: Deutschlands einziget Kanalrohr-Hotel im Bottroper BERNE-PARK anschauen.

Dazu aber später, denn schon allein der Berne-Park is ungewöhnlich, weil dat, wat heute Park is, dat war früher eine ganz (stink-)normale Kläranlage. Da roch et aber noch vor wenigen Jahren nach allem, wat so´ne Köttelbecke hergibt.  Aber nich nach Äppel und Nüsse! Von wegen!

Ja, und gezz sind die beiden Klärbecken zu „Emscherkunst“ geworden, durch einen schottischen Landschaftsarchitekten als „Theater der Pflanzen“ gestaltet und durch Lichtinstallationen künstlerisch in Szene gesetzt. Nebenan wurde dat alte Maschinenhaus in ein Restaurant umgewandelt.

Hömma! Dat hätte sich doch vor Jahren keiner zu träumen gewagt, datt da mal später Touristen hinkommen und  sich neben der Kloake wat zum Essen bestellen. Und die Küche, die hat wirklich wat „drauf“. Ich happet getestet.

Ach ja, dat Kanal-Rohr-Hotel!

Dat sind fünf ganz normale Abwasserröhren, zwei Meter im Durchmesser und so umme zweieinhalb Meter lang. Kuschelig eingerichtet mit Doppelbett und dem Nötigsten, wat man zum Ratzen so braucht. Und natürlich mit ´ner Türe davor. Erfunden von einem österreichischem Künstler namens Andreas Strauss.

Zu buchen im Internet. Hier: http://www.dasparkhotel.net/parkhotel/

Und dat Pfiffigste is: eine Nacht inne Röhre kostet ja auch wat, aber dat bestimmt der Gast selbst: „Pay as you wish“, lautet dat Motto. Du entscheidest, wat Dir die Nacht wert war, und lässt dat Geld am anderen Tach inne Röhre zurück. Tja, da guckste gezz inne Röhre, wat?

Wat isset doch schön bei uns. Musse einfach mal gucken kommen!:

Bissi Tage!


http://www.bernepark.de/

http://www.emscher-weg.de/

 

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Über Lo

Wer im Schatten des Förderturms der Gelsenkirchener Kohlenzeche Graf Bismarck aufgewachsen ist – zu einer Zeit, als man tatsächlich noch vom “schwatten Kohlenpott” sprechen konnte, weil damals “Wäsche auffe Leine” nicht lange weiß blieb, wer sommerliche Badefreuden nicht am blauen Meer, sondern am Ufer des Rhein-Herne-Kanals – der so genannten “Frikadellen-Riviera” – genoss und sich als Kind über “Hasenbrot” freute, was in Wirklichkeit nichts anderes war, als die wieder mit nach Hause gebrachten Stullen, die vom Vater als Bergmann unter Tage nicht aufgegessen wurden, wer schon als kleiner Knirps ganz stolz für 50 Pfennige Belohnung 20 Zentner regelmäßig vor dem Haus angelieferte “schwatte” Deputatkohle in den Keller schippte, der hatte eine vielleicht arme, aber trotzdem abenteuerliche und schöne Kindheit zur Zeit der Pettycoats und des Wirtschaftswunders. Meine Wurzeln sind der Kohlenpott und seine Menschen mit ihrem besonderen, grund”ährlichen” Charm. Gezz weisse Bescheid, oder?
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6 Antworten zu Kuscheln im Abwasserrohr?

  1. PerleausmPott schreibt:

    Im Kanalrohr zu schlafen war wirklich kuhl. Nich so kuhl: Frühstück bietet das Restaurant nich an – da guckste dann auch inne Röhre 😀 (ausserhalb vom Park anne Straße is’n Kiosk fürn Kaffee zum mitnehmen)

    Gefällt 1 Person

  2. Lo schreibt:

    Interessant! Das ist ja schade, wenn das Restaurant nebenan den Schlafgästen für´s Frühstück nicht zur Verfügung steht. Danke für Deine Erfahrung.

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  3. Heinrich schreibt:

    Da ich immer alleine auf Radtour gehe, frage ich mich gerade, wie ich eine Kuschelröhre überhaupt nutzen kann?
    Aber egal, ich habe gerade ganz andere Sorgen!
    War heute beim Arzt und wollte mich gegen Erdbeben impfen lassen, weil ich das für eine ausgezeichnete Idee halte (für externe Zuhörer: Lo, hat mir das in einem anderen Beitrag vorgeschlagen – und ich war total begeistert!)
    Der Arzt meinte aber, ich hätte mich verlesen, da hätte sicher „Erdbeeren“ gestanden und hat mir eine Überweisung zum Augenarzt in die Hand gedrückt. 😦 😦

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    • Lo schreibt:

      Ich bin erschüttert, lieber Heinrich. Und das, obwohl ich erfolgreich gegen Erdbeben geimpft bin. Ihr Augenarzt würde hier überhaupt nicht hilfreich sein können, vermutlich diagnostiziert er routinemäßig „Tomaten auf den Augen“, und überweist Sie an einen Chirurgen, der Ihnen diese durch eine Ablation entfernen will, vermutlich, weil er sich später, nachdem er mit Ihrer Krankenkasse gem. Ziffer 2009 der GOÄ (Entfernung eines…. fühlbaren Fremdkörpers) abrechnet, daraus einen Tomatensalat schnibbeln will. Dabei wollten Sie sich doch nur gegen Erdbeben impfen lassen. Sehen Sie? So wird unser Gesundheitssystem systematisch von den Göttern in Weiß durch Herumreichen des mehrfach zu melkenden Patienten ausgehöhlt.
      Das kann den brav seinen Kassenbeitrag zahlenenden Bürger doch nur erschüttern.
      Und dagegen hilft wiederum, sich gegen Erdbeben impfen zu lassen.
      Vielleicht sollten Sie sich einmal von einem Seismographen beraten lassen, lieber geschätzter Heinrich.
      Herzliche Grüße!

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  4. Heinrich schreibt:

    Lieber Lo,
    unsere gemeinsame Erschütterung wird nur dadurch etwas gemildert, dass wenigstes einer von uns gegen Erdbeben geimpft ist! Ich werde Ihrem Rat sofort folgen und setzte mich mit dem Seismographen in Verbindung. (Glücklicherweise praktiziert hier bei uns einer in einem stillgelegten Kalischacht.)
    Aus Protest gegen diese und andere Machenschaften, wie Sie oben beschrieben haben, werde ich sofort aus der Krankenkasse austreten und eine Pharmaselbsthilfegruppe gründen. (Lieder ist meine altgediente Mitarbeiterin Barbie Turate gerade durch einen Arbeitsunfall verstorben. 😦
    Aber wir kriegen das auch sso in den Griff.
    Um den Protest noch nachhaltig zu untermauern, trete ich auch aus dem Finanzamt aus
    https://kubieziel.de/joke/Finanzamt.pdf
    Dann kann auch mit meinen Steuergeldern kein Schindluder mehr getrieben werden und unsere Selbsthilfegruppe ist von Anfang an finanzstärker.

    Ich zähle auf Sie!

    Gruß Heinrich

    Gefällt 2 Personen

  5. Manfred Voita schreibt:

    Da heißt es dann nicht ‚ausgebucht‘, sondern vermutlich ‚volles Rohr‘.

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