Von Kartoffeln und dicken Dupas.

Kohlenspott auffe Ohren

»Dat und wat ist polnisch Platt!«

Das ist so ein Spruch, den ich als kleiner Gelsenkirchener Knirps öfter gehört habe, denn der „Kohlenpott“ war besonders von Einwanderern aus dem polnischen Kulturkreis geprägt. Schalke 04  war als „Pollackenverein“ verschrien – immerhin hießen die Spieler dort Kuzzorra, Tibulski oder Czerwinski. Und wer den Menschen im Ruhrgebiet genau zuhört, wird den polnischen Einfluss auf die Umgangssprache auch heute immer noch wahrnehmen können.

Da meine Mutter aus Ostpreussen stammte, habe ich vieles von ihrem „bräiten“, heute im Aussterben begriffenen ostpreußischen Dialekt mitbekommen und bis heute behalten.

In loser Folge will ich diese Erinnerung aus dem Ruhrgebiet an die Zeit, in der ostpreussische und polnische Begriffe noch stärker in unserer Ruhrgebietssprache vorhanden waren, nicht frei von Humor und Gelsenkirchener Lokalkolorit, hörbar machen.

Übrigens: „Dupa“, dat is polnisch für Hintern… 🙂

So, gezz hömma zu – und:

bissi Tage!  😉

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Über Lo

Wer im Schatten des Förderturms der Gelsenkirchener Kohlenzeche Graf Bismarck aufgewachsen ist – zu einer Zeit, als man tatsächlich noch vom “schwatten Kohlenpott” sprechen konnte, weil damals “Wäsche auffe Leine” nicht lange weiß blieb, wer sommerliche Badefreuden nicht am blauen Meer, sondern am Ufer des Rhein-Herne-Kanals – der so genannten “Frikadellen-Riviera” – genoss und sich als Kind über “Hasenbrot” freute, was in Wirklichkeit nichts anderes war, als die wieder mit nach Hause gebrachten Stullen, die vom Vater als Bergmann unter Tage nicht aufgegessen wurden, wer schon als kleiner Knirps ganz stolz für 50 Pfennige Belohnung 20 Zentner regelmäßig vor dem Haus angelieferte “schwatte” Deputatkohle in den Keller schippte, der hatte eine vielleicht arme, aber trotzdem abenteuerliche und schöne Kindheit zur Zeit der Pettycoats und des Wirtschaftswunders. Meine Wurzeln sind der Kohlenpott und seine Menschen mit ihrem besonderen, grund”ährlichen” Charm. Gezz weisse Bescheid, oder?
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7 Antworten zu Von Kartoffeln und dicken Dupas.

  1. Manfred Voita schreibt:

    Schön! Einmal, weil meine Mutter auch aus Ostpreußen stammt und zumindest ich noch Spuren ihres Dialektes heraushören kann, zum anderen aber, weil ich in Hohenlimburg geboren bin und bis 14 in Hagen gelebt habe. Da hieß man auch Kowalksi und Schimansky und ich weiß nicht mehr wie. Dann kamen die Griechen, Italiener und Türken dazu und brachten neue Klänge und neue Namen mit.

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  2. Jules van der Ley schreibt:

    Ein schönes Tondokument, wirklich perfekt vorgetragen, Hab ich mir gerne angehört. Kompliment!

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    • Lo schreibt:

      Dankeschön fürs Loben, lieber Jules. Du glaubst ja nicht, wieviel Lob ich auszuhalten imstande bin. ;-))
      Nachdem ich nun herausgefunden habe, wie ich diese Tondokumnete hier einbinden kann, grabe ich meine Podcasts aus und möchte bald auch wieder ans Mikrophon, Neues einsprechen.

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  3. Mallybeau Mauswohn schreibt:

    Ich kann nur zustimmen, wirklich sehr angenehm vorgetragen, da lohnt es sich, zuzuhören!

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  4. quersatzeinQuer schreibt:

    Oh, ist das köstlich! Auch wenn ich ohne Erklärung kaum etwas von den polnisch gefärbten Sprachleckerbissen verstanden hätte…
    Danke für den Hörgenuss und liebe Grüsse zum Wochenbeginn,
    Brigitte

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