Gelsenkirchener Limericks

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Der Kohlenpott und Gelsenkirchen, das sind meine Wurzeln.
Und manchmal fällt mir irgend ein reimbarer Unsinn zu den
verschiedenen Stadtteilen meiner alten Heimatstadt ein….
😉


Einem Kumpel aus Gelsenkirchen,
dem schmeckten besonders die Bierchen.
Besoffen am Steuer:
die Fahrt wurde teuer.
Jetzt fehlt ihm ein Papierchen.


Ein Lüstling aus Erle,
der grapscht sich ne Perle.
Er traf auf Renate.
Die konnte Karate.
Seitdem steht er nur noch auf Kerle…


Ein Pastor aus Resse,
der trank bei der Messe,
gab lallend den Segen.
dann stieß er wo gegen
und fiel vorm Altar auf die Fresse


Ein Knabe aus dem Berger Feld
hielt sich für einen Weiberheld.
Kam einer aus Erle.
Schnappt weg ihm die Perle.
Nun bietet der Knabe gar Lösegeld.


Ein Bauersmann aus Ückendorf
fand auf dem Feld beim Bücken Torf.
Steckt´s sich in den Schnabel.
Es schmeckte passabel.
Als Folge hat er auf dem Rücken Schorf.


Ein Mädel aus Bulmke bei Hüllen,
wollt just ihren Füller befüllen.
Schrieb grad einen Brief,
als ihr Liebster anrief.
Nun kann sie den Schrieb gleich zerknüllen


Ein Mann im Rhein-Herne-Kanal,
der schwamm so geschickt wie ein Aal.
Doch dann hinterher
war die Buxe voll Teer.
Gezz meint er, dat sei nich normal!


Ein junger Mann aus Schalke Nord
der liebte nur Frauen aus seinem Ort.
Dann kam aus Buer
eine Frau mit Statur.
Seitdem ist er aus Schalke fort.


Ein böser Schläger aus Sutum
der haute alles vor Wut um.
Kam ein Schutzmann aus Altstadt,
der hatte das bald satt
und drehte dem Schläger die Schnut um


Ein Kumpel aus Oberscholven,
der wollte so gerne mal golfen.
Meint: „Dat kann doch Jeder!“
und schnappt sich nen Schläger,
doch am Green war er sehr unbeholfen.


Ein Bräutigam aus Middelich
der war so schrecklich hibbelich,
dass es einen nur graut.
Drum verließ ihn die Braut:
„So´n Zappelkopp, den will ich nich!“


Einem Pastor aus Buer-Hassel,
fiel bei der Predigt ein Stein auf den Dassel
Wollt den Herrgott noch loben:
„Alles Gute kommt von oben“.
Jetzt hat er den Schlamassel.


Es sprach ein Nörgler aus Schaffrath:
Kerl vedelli -, wat happich dat Kaff satt.
Zog weg – hin nach Sylt
wo er sich gleich verkühlt.
Gezz hatter sogar auch dat Watt satt


Ein Taubenvatter aus Hassel
befand sich im größten Schlamassel:
„Meine Tauben sind wech.
Gezz betäub´ mein Pech,
indem ich mir richtich ein´n schnassel!“


Ein Metzger aus Horst
war bekannt für sein´ Dorst
und für seine Schinken.
Sein Hobby war Trinken.
Vielleicht lag es am Salz in der Worst?


Ein Knabe aus dem Emscherbruch
der machte einen Selbstversuch.
Er furzte ins Feuer,
das stank ungeheuer
in Resse noch Wochen nach Brandgeruch


´Ne Politesse, ´ne Olle,
die schrieb mit Vergnügen ´ne Knolle
klemmte dann mit Gekischer
den Schrieb untern Wischer
und freute sich heimlich wie Bolle


Ein Ömmaken im Hans-Sachs-Haus
dat rutschte auf ´ner Scheibe Lachs aus
Sie roch an dem Fisch
der roch noch ganz frisch
gezz macht´se zu Haus Strammen Max draus.


Ein Lover aus dem Haverkamp
versteckte sich im Kleiderschrank,
Dort fand ihn der Gatte
haute ihn mit ner Latte.
Danach war der Lover leider krank.


Am Rathaus zu Buer
tickt im Turme die Uhr.
Und das ist sehr wichtig:
sie tickt nicht ganz richtig.
Wie die Buersche Beamtenkultur.


Eine Henne aus Erle, die wollte nur brüten
so sehr sich die Hähne aus Erle bemühten:
sie liess keinen Hahn,
auch den Schönsten nicht ran:
so watt kam ihr nicht in die Tüten!


Ein mageres Mädchen aus Bülse
bestand nur aus Knochen und Hülse.
Dann traf sie auf Jochen.
Der konnte gut kochen!
Er ist sicher: „die wird schon: ich füll´se!“


Es schimpfte ein Vater aus Hassel:
Immer Weihnachten Theater und Brassel!
Nur Baumkauf und Putzen und Hektik und Fressen,
Verwandschaft, die kannze auch schnell vergessen.
Ich hab Frieden, wenn ich mir dann richtich ein´ schnassel!


Isset Winter in Schaffrath
und die Straßen im Kaff glatt,
hockste besser am Ofen,
haust Dich hin für zum Poofen,
ja hömma, so´n Winter, der hat watt!


Ein Mädchen aus Buer in Westfalen
ließ nackt von ´nem Maler sich malen.
Berauscht von Gelüste
malte er nur die Brüste.
Diesen Schinken wollt sie nicht bezahlen.


Ein britischer Gast aus Gloster
vermisst seine Frau: „Oh – I lost her!“
Man fand ihre Spur
im Rathaus zu Buer
dort steckte sie im Paternoster.


Ein Rentner aus Erle bei Buer
der liebte Freikörperkultur.
Legte nackt sich ins Grase,
da erfror ihm die Blase.
Nun liegt er im Krankenhausflur


Ein Bauer aus Bulmke bei Hüllen
der tat seinen Acker begüllen.
Fiel dabei vom Trecker
und roch danach lecker.
Nun sieht man Flakons ihn befüllen.


GELSENKIRCHENER MAHLZEITEN.

Gestillt den Dorst in Horst?
Delikatessen gefressen in Resse?
Noch zwei Fässer Quark in der Resser Mark?
Bissken aussem Pott schmausen in Rotthausen?
In Bulmke-Hüllen den Magen noch wat füllen?
In der Altstadt schon bald satt?
Luft inne Buxe wie ein Zelt stark?
Danach Blähung in der Feldmark?
Der Verdauung in Scholven
mit ´nem Schnaps nachgeholfen?
Bis dann in Schalke-Nord
es im Darme rumort?
Und im Dorfe der Ücken
dann die Naht platzt beim Bücken?
Erbrochen in Hassel?
Kerl, wat ein Schlamassel!
😉


 So isset: gestern noch dicht. Heute Dichter.

 

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Über Lo

Wer im Schatten des Förderturms der Gelsenkirchener Kohlenzeche Graf Bismarck aufgewachsen ist – zu einer Zeit, als man tatsächlich noch vom “schwatten Kohlenpott” sprechen konnte, weil damals “Wäsche auffe Leine” nicht lange weiß blieb, wer sommerliche Badefreuden nicht am blauen Meer, sondern am Ufer des Rhein-Herne-Kanals – der so genannten “Frikadellen-Riviera” – genoss und sich als Kind über “Hasenbrot” freute, was in Wirklichkeit nichts anderes war, als die wieder mit nach Hause gebrachten Stullen, die vom Vater als Bergmann unter Tage nicht aufgegessen wurden, wer schon als kleiner Knirps ganz stolz für 50 Pfennige Belohnung 20 Zentner regelmäßig vor dem Haus angelieferte “schwatte” Deputatkohle in den Keller schippte, der hatte eine vielleicht arme, aber trotzdem abenteuerliche und schöne Kindheit zur Zeit der Pettycoats und des Wirtschaftswunders. Meine Wurzeln sind der Kohlenpott und seine Menschen mit ihrem besonderen, grund”ährlichen” Charm. Gezz weisse Bescheid, oder?
Dieser Beitrag wurde unter Gedichtet, Gelsenkirchen, Ruhrpott abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Gelsenkirchener Limericks

  1. Mallybeau Mauswohn schreibt:

    …und was für einer!!! Hut ab! 🙂
    Herzliche Grüße aus dem Schwabenland

    Gefällt 1 Person

  2. Lo schreibt:

    Dankeschön für´s Hut abnehmen ;-))
    Und die schwäbischen Grüße!

    P.S.: Kann man bei Mallybeau Mauswohn nicht kommentieren?

    Gefällt mir

  3. quersatzeinQuer schreibt:

    Das ist echt zum Schmunzeln! Und wäre sicher auch ein Hörgenuss, so im Originalsound…
    Schönen Gruss,
    Brigitte

    Gefällt 1 Person

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